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Taufschale in der Nikolaikirche

 

Die Taufschale in der Nikolaikirche ist eine kunstgeschichtliche Rarität.

Es handelt sich um eine vergoldete silberne Schale, Durchmesser 54 cm, die um 1586 in einer peruanischen Inkawerkstatt hergestellt wurde. Sie enthält unter anderem indianische Motive, lässt aber auch europäischen Einfluss erkennen.

Weite Wege hatte die Silberschale hinter sich bringen müssen, bevor sie die Siegener Nikolaikirche erreichte.


In der Kolonialzeit gelangte sie zunächst in die Hände des Königs von Kongo, der sie wiederum im Zusammenhang mit Regierungsgeschäften Johann Moritz in Brasilien schenkte.

1658 schenkte Johann Moritz schließlich die Schale der reformierten Kirche Siegens zum Gebrauch der heiligen Taufe.

Unter dem Fuß der Taufschale ist in lateinischer Sprache kurz gefasst der Widmungszweck und ein historischer Abriss zur Taufschale nachzulesen. Übersetzt heißt es dort:

"Johann Moritz, Fürst von Nassau, weiht 1658 dieses Geschenk, das er, als er in Brasilien Regierungsgeschäfte wahrnahm, von einem afrikanischen König im Kongo erhielt, zum Gebrauch bei der heiligen Taufe der reformierten Kirche Siegens."


Wie vor über 350 Jahren gewidmet, dient die Taufschale unverändert auch heute noch der Taufe von jungen und älteren Menschen in der Nikolaikirche.

(Text: Ulrich Bernshausen, Fotos: Stefan König)