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Die große Orgel in der Nikolaikirche

Im Jahre 1955, 10 Jahre nach Indienstnahme der 1944 zerstörten Nikolaikirche, begann der Neubau der bis heute größten Orgel Südwestfalens durch die Firma Emanuel Kemper und Sohn, Lübeck.

Der damalige Kirchenmusiker der Nikolaikirche und Orgelsachverständige Helmut Winter war wesentlich an der Disposition der Orgel beteiligt, einer Schleifladenorgel mit 4 Manualen + Pedal und 56 Registern, Spiel- und Registertraktur mechanisch.

In einer Reihe von Publikationen gibt es Berichte über dieses zu der Zeit sehr geschätzte Werk. Jedoch machte die Trakturanlage wegen des ungewöhnlich hohen Gewichts dem Spieler erhebliche Schwierigkeiten. Zudem hatten die Holzteile der Traktur durch die Mauerfeuchtigkeit stark gelitten, so daß man sich nach langen Beratungen für eine technische Renovierung der Orgel – Elektrifizierung der Register- und Koppelsteuerung – und eine geringfügige Veränderung der Disposition entschied.

Die heutige Nikolai-Orgel hat 4 Manuale mit den Werken Rückpositiv, Haupt–, Schwell–, Oberwerk + Pedal mit 55 klingenden Registern.

Der Prospekt besteht aus dem Rückpositiv, das in den Kirchenraum reicht, und dem Hauptwerk, rechts und links stehen die Pedaltürme.
Oberhalb des Hauptwerks befindet sich das Oberwerk, dahinter das Turmpedal. Relativ weit hinten, in der Turmnische, schließt sich das Schwellwerk an.

Ein eher selten zu hörendes Register befindet sich im Pedal, eine Posaune 32′. Auffällig sind die Pfeifen der „spanischen Trompeten“, die horizontal in den Kirchenraum ragen.


Mit seinen 55 Registern ermöglicht das Instrument eine gute Mischung unterschiedlichster Klänge und dynamischer Differenzierung, um die gesamte Orgelliteratur klanglich sinnvoll und stilecht realisieren und interpretieren zu können und ebenso die Gemeinde im Gottesdienst abwechslungsreich zu begleiten und zu stützen.

Die „renovierte Nikolai–Orgel verleiht durch ihren Reichtum an klanglicher und dynamischer Differenzierung der Musik zarteste und stärkste Ausdrucksmöglichkeiten. Der Anspruch, daß die Orgel in dem vielstimmigen Konzert unseres kulturellen Lebens eine wichtige Stimme, vielleicht sogar den ‚cantus firmus’ spielt, soll durch die Kemper–Orgel sowohl im Gottesdienst als auch im Konzert nachhaltig bekräftigt werden.“ (KMD Ute Debus)

Weitere Ausführungen und Einzelheiten zur Geschichte der Nikolai–Orgel(n) und die Disposition(en) können nachgelesen werden im Orgelführer, der in der Nikolaikirche einzusehen und zu erwerben ist.
 


Die Truhenorgel


Seit 2005 gibt es in der Nikolaikirche eine von der Orgelbaufirma Mebold in Siegen-Breitenbach gebaute Truhenorgel, die sowohl in Gottesdiensten als auch in Konzerten vielfältig zum Einsatz kommt.

Als attraktive Besonderheiten dieses mobilen Instruments sollen die Transponierbarkeit, das „Krönchen“–Register und das Kantorei–Logo als Gehäuse-Schmuck genannt werden.





Weitere Einzelheiten findet man auf den Internetseiten der Kantorei Siegen.